Projekte - Was wurde bisher geschafft?

Allgemeine Angaben

  • Name der Kooperation:            Region Beeskow
  • Koordinator:                              Marcel Matheis, Klimaschutzmanager
  • Kooperationspartner:                Amt Schlaubetal

Gemeinde Rietz-Neuendorf

Gemeinde Tauche

Stadt Beeskow

Stadt Friedland

Stadt Storkow(Mark)

 

 

bisherige Tätigkeiten im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes

 

Gründung eines Klimabeirates

 

Für die Region Beeskow wurde ein Klimabeitrat gegründet. Hier finden regelmäßige Treffen zu Themen aus dem Klimaschutzkonzept und zu weiteren Themen statt. Mitglieder des Klimabeirates sind die BürgermeisterInnen und die Amtsdirektorin der Kommunen sowie Experten aus den Bereichen Tourismus, Naturschutz, Wirtschaftsförderung, der Regionalen Planungsstelle und Energieversorgungsunternehmen. Das letzte Treffen fand Juli 2015 statt.

 

allgemeine Öffentlichkeitsarbeit

 

Die in der Region Beeskow durchgeführten Maßnahmen werden regelmäßig in der Presse, in Amtsblättern und auf den Webseiten der Region veröffentlicht. Es gab Vorträge für Bürger…innen zu Themen wie "Energie clever nutzen - Wohnkosten senken" oder "Energetische Sanierung von bestehenden Gebäuden". Diese wurden in Kooperation mit der Verbraucherzentrale durchgeführt. Weiterhin wurden Vorträge bei regionalen Gremien, Vereinen, im Netzwerk der Regionalen Planungsgemeinschaft sowie im Landesministerium gehalten, um zu berichten wie sich welche Maßnahmen in welcher Form entwickelt haben. Bei den Beeskower Familienfesten es regelmäßig einen Infostand, bei welchem sich die Bürger…innen über das Klimaschutzkonzept informieren konnten, sowie Fragen zum individuellen Verhalten stellten.

 

Beitritt Klimabündnis e.V.

 

Das Klimabündnis ist ein europäisches Netzwerk, von Städten, Gemeinden und Landkreisen die sich verpflichtet haben das Weltklima zu schützen. Die Kooperationspartner der Region sind zum Beginn des Jahres 2014 in den Klimabündnis e.V. aufgenommen worden.

 

Klimaschutzprojekte an Schulen und Kitas

 

In den Schulen der Kooperationspartner wurden Klimafrühstücke mit Schülern durchgeführt, bei welchen die Schüler durch den KATE e.V. Wissen über saisonale Lebensmittel, Verpackung, CO2-Emmission und nachhaltige Landwirtschaft vermittelt bekamen.

Im Herbst 2013 wurde in Kooperation mit der Firma „Rossmann“ eine Schulpflanzaktion auf einem Caravanplatz in Beeskow durchgeführt. Die Stadt Beeskow organisierte die Vorbereitungen der Pflanzlöcher und jedes Kind erhielt einen eigenen Baum. Die Bäume wurden durch die Kinder eingepflanzt und werden zukünftig von diesen betreut.

Mit Beginn der  Heizperiode 2014/2015 wurden in elf Einrichtungen der Region Energiesparprojekte in Schulen und Kitas eingeführt. Das sogenannte Fifty-Fifty-Projekt hat eine Laufzeit von drei Heizperioden und  wird Seitens des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. In diesem Projekt werden in den Einrichtungen Energieteams gebildet, die Gebäude werden aus energetischen Gesichtspunkten betrachtet und es werden die Schwachstellen dokumentiert. Die Energieteams erarbeiten gemeinsam mit den Lehrer…innen und Hausmeistern Maßnahmen, welche zu einer Änderung des Nutzerverhaltens führen. Diese Anregungen werden anschließend in der Einrichtung verbreitet, so dass möglichst viele Nutzer…innen ihren Umgang mit Energie reflektieren können.

 

regelmäßige Erstellung einer Energie- und CO2-Bilanz

 

Die CO2-Bilanz der Region wird durch den Klimaschutzmanager erstellt. Die Datenbeschaffung sowie die Auswahl der für die Erstellung der CO2-Bilanz wichtigen Daten erwies sich als sehr Komplex und Zeitaufwendig. Die Energie- und CO2-Bilanz wurde im Jahr 2015 fertiggestellt. Im Leitbild des Klimaschutzkonzeptes wurde eine Zieleinsparung von 2% CO2 pro Jahr festgelegt. Die Auswertung der Daten der CO2-Bilanz hat ergeben, dass es keine CO2-Einsparung seit dem Jahr 2008 in der Region gegeben hat. Ursachen liegen zum einen in der Zunahme des Individualverkehrs (Benzin- und Dieselkraftstoffe) und zum anderen in der stetigen Nutzung von fossilen Brennstoffen im Wärmebereich. Ebenfalls ergab die Auswertung, dass in der Region mehr elektrische Energie produziert als verbraucht wird.

 

 Prüfung der Möglichkeit zur Errichtung eines Stadtwerkes

 

Alle Kommunen haben die Möglichkeit zur Errichtung eines Stadtwerkes geprüft.

 

Die Stadt Beeskow hatte im Jahr 2013 bei der ILB einen Antrag für eine Zuwendung einer Studie zur Geothermie  gestellt. Im Jahr 2014 erhielt die Stadt einen positiven Zuwendungsbescheid. Nach der Ausschreibung wurde der Auftrag vergeben und  mit der Studie begonnen. Hierbei wurden Daten der Bayerngas GmbH genutzt werden, welche in der Nähe von Beeskow eine Erkundungsbohrung für Erdgas durchgeführt hat. Das Ergebnis der Studie war, dass es technisch möglich ist Geothermie für die Wärmeversorgung der Stadt Beeskow zu nutzen. Die anschließende Wirtschaftlichkeitsbetrachtung hat ergeben, dass die Nutzung der Geothermie zum heutigen Stand der Brennstoffpreise nicht wirtschaftlich ist.

 

Am Rand der Stadt Friedland wurde eine Biogasanlage errichtet, welche die Abwärme bisher an die Umgebung abgibt. Sowohl der Betreiber der Biogasanlage als auch die Stadt Friedland haben ein Interesse daran, die Abwärme in einem Nahwärmenetz an die Stadt abzugeben. Aktuell wird diese Idee verfolgt und geprüft, nach welchem Modell dieses in die Realität umgesetzt werden kann. Die anderen Kommunen sehen ihrerseits derzeit keine Möglichkeit ein Stadtwerk zu errichten.

 

Erstellung Solarkataster für die Region

 

Beim Mittelbereichstreffen in Juni 2013 wurde die Umsetzung der Maßnahme „Erstellen eines Solarkatasters“ von den Kooperationspartnern einstimmig abgelehnt. Begründung waren zum einen die unklaren Entwicklungen der Einspeisevergütung in der nahen Zukunft und zum anderen die hohen Kosten, die dem erwarteten Nutzen nicht angemessen schienen.

 

Energiebewusste Bauleitplanung

 

Eine energiebewusste Bauleitplanung wir in allen Kommunen permanent umgesetzt. Beispiele hierfür sind der B-Plan der Stadt Beeskow für die Errichtung einer Freiflächen-PV-Anlage 2014, der B-Plan der Stadt Friedland für die Nutzung von Photovoltaik und Holzhackschnitzeln. Die Kommunen achten bei der Neuerstellung bzw. Änderungen von B-Plänen ob hier Bedingungen aus Sicht des Klimaschutzes berücksichtigt werden müssen.

 

 Ausbau Energiecontrolling kommunaler Einrichtungen

 

Das Energiecontrolling ist in den einzelnen Kommunen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die Kommunen, welche seit vielen Jahren Energiecontrolling betreiben haben einen sehr guten Überblick über ihre Verbräuche und Kosten. Bei den anderen Kommunen entwickelt sich ein Verständnis dafür, warum es sinnvoll ist Energiecontrolling durchzuführen. In allen Kommunen wird Energiecontrolling durchgeführt bzw. weiter ausgebaut.

 

Modernisierung der Straßenbeleuchtung

 

Die Städte Storkow(Mark) und Beeskow werden bei notwendigen Modernisierungen als auch bei Neubau von Straßenbeleuchtung zukünftig nur noch LED-Technologie verwenden. Die Stadt Friedland hat vor drei Jahren und die Stadt Beeskow hat im Jahr 2014 jeweils eine solarbetriebene Leuchte für wichtige Knotenpunkte ohne elektrische Versorgung angeschafft. Alle Kommunen führen ein permanentes Controlling der Verbräuche durch. Hierbei werden auch Möglichkeiten des Intracting geprüft. Da es aktuell wieder Fördermittel für die Sanierung von Straßenbeleuchtungen gibt, wird derzeit geprüft wo es sinnvoll ist hier zu investieren. Die Energieeinsparungen von modernen LED-Leuchten können bis zu 70 % betragen.

 

Wechsel zu Ökostromanbieter für alle kommunalen Gebäude

 

Die Stadt Beeskow ist mit allen kommunalen Gebäuden zu einem Ökostromanbieter gewechselt. Da sich die finanziellen Rahmenbedingungen in den Kommunen nicht verbessert haben, sind einige Kommunen nicht in der Lage einen Wechsel zum Ökostrom durchzuführen. Die Stadt Storkow(Mark) hat 2015 den kommunalen Strom ausgeschrieben und hierbei gleich einen günstigen Ökostromanbieter vertraglich gebunden. Der Storkower Ökostrom ist derzeit, auf Grund der niedriegen Börsenstrompreise, günstiger als der zuvor konventionell eingekaufte Strom.

 

Energieberatungsstelle

 

In Kooperation mit der Verbraucherzentrale werden monatlich Termine für eine Energieberatung in der Region angeboten. Bei diesen Terminen können sich die Interessenten zu Themen wie beispielsweise Beleuchtung, Heizsysteme, Fördermittel oder Haussanierung nahezu kostenfrei beraten lassen.

Weiterhin wurden im Juni 2014, mit Unterstützung der Caritas und dem Jobcenter Stromsparhelfer ausgebildet. Zwei Stromsparhelfer führen seit August 2014 den sogenannten Stromsparcheck in der Region durch. Hierbei werden die Stromsparhelfer von ihren Kund…innen eingeladen in die Haushalte zu kommen und beraten diese zum Nutzerverhalten. Weiterhin prüfen sie die technischen Gegebenheiten, tauschen Leuchtmittel aus und installieren Wassersparartikel. Einige Haushalte erhalten Gutscheine für einen Kühlgerätetausch. Bis zum November 2015 haben die Stromsparhelfer 100 Haushalte beraten und Energiesparartikel im Wert von ca. 7.300 € kostenfrei verteilt.

Für die Bibliotheken Beeskow und Storkow wurden Energiesparpakete besorgt, welche ausgeliehen werden können um die energetischen Schwachstellen der eigenen Wohnung zu finden.

 

Erstellung Radwegekonzept

 

Im Jahr 2014 wurde in Kooperation mit dem Landkreis Oder-Spree, dem Landesbetrieb Straßenwesen, der Regionalen Planungsgemeinschaft und den Kommunen eine Übersichtskarte erstellt, in welcher alle vorhandenen und zeitnah geplanten Radwege eingezeichnet sind. Diese Karte wurde beim Mittelbereichstreffen zusammen mit den Fördermöglichkeiten Seitens der Nationalen Klimaschutzinitiative präsentiert. Die Kommunen planen derzeit den weiteren Ausbau der Radwege.

 

ausgewählte Maßnahme der Region

 

Als ausgewählte Maßnahme wurde von den Kooperationspartnern die Sanierung einer Turnhalle in Lindenberg (Gemeinde Tauche) festgelegt. Die Berechnungen ergaben, dass das Ziel der 80 prozentigen CO2-Minderung erreicht werden kann. Im Jahr 2014 wurde ein entsprechender Antrag eingereicht und positiv bewilligt. Im Herbst 2014 wurde die detaillierte Bauplanung durchgeführt sowie die Ausschreibungen der Baumaßnahmen vorbereitet. Die Ausschreibungen erfolgten Anfang 2015 und das Bauvorhaben wurde im Herbst 2015 abgeschlossen.

 

Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung

 

In der Region gibt es fast keine Gebäude, bei der Kraft-Wärme-Kopplung wirtschaftlich zum Einsatz kommen kann. In der Gemeinde Rietz-Neuendorf wurde untersucht, ob die Ölkessel der Grundschule in Görzig durch eine moderne KWK-Anlage ersetzt werden können. In der Stadt Beeskow wurde ebenfalls untersucht, ob der Gaskessel des Rathauses gegen eine KWK-Anlage ausgetauscht werden kann. Hier wird es voraussichtlich im Jahr 2016 eine Entscheidung geben.

Im Jahr 2015 sind in Beeskow im „Hotel zum Schwan“ und in der Energieversorgungszentrale des Sport- und Freizeitzentrums jeweils ein BHKW in Betrieb genommen worden.

 

Elektromobilität

 

Im Bereich der Elektromobilität gibt es in der Region vereinzelnd Ausleihstationen für Elektrofahrräder. Diese sollen im Zuge der Radwegesanierung weiter ausgebaut werden. Die Gemeinde Tauche plant eine Mobilitätsstation am Bahnhof Lindenberg, mit dem Ziel, eine Verbindung zwischen ÖPNV und Elektromobilität zu schaffen. Die Stadt Beeskow hat als Dienstwagen ein Elektroauto angeschafft. Dieses ist bisher ca. 10.500 km problemlos gefahren und soll andere öffentliche Einrichtungen und Betriebe motivieren ebenfalls in diese Technologie zu investieren.

Am 06. Juni 2015 gab es parallel zu Beeskower Altstadfest eine Präsentation von  Elektrofahrzeugen verschiedener regionalen Anbieter.

 

PV-Anlagen auf Kommunalen Gebäuden

 

In den Kommunen sind PV-Anlagen auf kommunalen Gebäuden bereits vorhanden. Auf dem Dach des neu sanierten Sport- und Freizeitzentrums Beeskow wurde der erste Teil einer Solaranlage installiert und in Betrieb genommen. Der Zweite Teil wird voraussichtlich Anfang 2016 errichtet. Im Jahr 2014 wurde eine Anlage ist auf einem Erweiterungsbau der „Grundschule an der Stadtmauer“ in Beeskow installiert. Der Strom wird direkt in das Netz der Grundschule eingespeist.  Storkow(Mark) möchte gern das Dach einer neuen Turnhalle an einen Investor verpachten, hat aber bisher keinen geeigneten gefunden. Friedland  will prüfen, ob es möglich ist eine PV-Anlage auf dem Dach der Grundschule zu installieren. Weitere Objekte die untersucht werden sollen, sind die Grundschulen Görzig und Fünfeichen sowie das Rathaus von Rietz-Neuendorf.

 

European Energy Award – Stadt Beeskow

 

Der European Energy Award ist ein Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren für Energie- und Klimaschutzpolitik, bei welchem alle kommunalen Handlungsfelder analysiert werden um Verbesserungspotentiale zu finden. Die Stadt Beeskow hatte im Jahr 2013 einen Förderantrag zur Umsetzung des European Energy Award gestellt. 2014 erhielt die Stadt einen positiven Zuwendungsbescheid, hat eine IST-Analyse durchgeführt und mittlerweile ein Maßnahmenpaket beschlossen. Der Start in die Zertifizierungsphase erfolgt voraussichtlich im 1. Quartal 2016. Die Stadt Beeskow ist die erste Brandenburger Kommune, welche am European Energy Award teilnimmt.

 

Projekt BAUM (Bewertung von Agrar-Umwelt-Maßnahmen)

 

Im Rahmen erwarteter Klimaänderungen wird mit einer Zunahme lokaler Starkregenereignisse und mit längeren Trockenperioden in Brandenburg gerechnet. Solche Änderungen in der Verteilung und Stärke von Niederschlägen sowie im Wasserdargebot können gravierende Auswirkungen auf den Boden- und Landschaftswasserhaushalt, auf Ernteerträge und auf die Gewässergüte haben. Das Projekt BAUM soll ein seriöses, detailliertes Bild des regionalen Klimawandels entwickeln. Das Projekt konzentriert sich auf dynamische Aspekte und Phänomene des Klimawandels, d.h. auf die Bedingungen für Klima- und Wetteranomalien und ihre Indikatoren, auf deren kurz- und mittelfristige qualitative Vorhersage, und auf die Wirksamkeit und Bewertung möglicher Anpassungsmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen. Beeskow ist hier ein Partner im Projekt, welches vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) geleitet wird.